Tierarzt

Der Beruf des Tierarztes

Abwechslung garantiert: der Beruf des Tierarztes

Hast du gewusst, dass der erste Tierheilkundler 2350 v Chr. gelebt hat? Shalihotra war ein indischer Gelehrter. Er beschrieb in seinem Werk „Shalihotra Samhita“ Physiologie, Anatomie, Erkrankung und ihre Behandlungen bei Pferden und Elefanten.
In Europa wurden erste Berichte im 4. und 5.Jahrhundert hauptsächlich von Hippokrates verfasst. Auch von Aristoteles fand man einige Aufzeichnungen.
Als akademischer Beruf etablierte sich der Beruf als Tierarzt durch die Ausbreitung der Rinderpest, welche sich im 18.Jahrhundert in Europa ausbreitete.

Warum solltest du Tierarzt werden?

Bist du ein großer Tierliebhaber?
Liegt dir das Wohlergehen der Tiere am Herzen?
Möchtest du Tiere in ihrer Gesundheit unterstützen und sie bei Krankheit oder Unfall medizinisch versorgen und betreuen?
Macht es dir nichts aus, wenn du Blut siehst?
Interessierst du dich für die Anatomie der Tiere?
Hast du herausragende Kenntnisse in Naturwissenschaften?
Verfügst du über eine gute körperliche Verfassung?
Dann ist der Beruf des Tierarztes vielleicht etwas für dich. Die Tätigkeit als Tierarzt bietet dir ein breites Spektrum an Arbeitsgebieten und ist dadurch sehr abwechslungsreich. Kein Tag ist wie der andere. Doch egal worum es sich auch handeln mag. Im Vordergrund steht immer das Tier, das Hilfe braucht und auf die Unterstützung eines Tierarztes angewiesen ist.

Allgemeines zum Beruf Tierarzt

Für die Berufsausübung braucht man eine staatliche Erlaubnis. Eine sogenannte Approbation.
Diese bekommst du, wenn du die Hochschule der Tiermedizin mit einer Regelstudienzeit von 5 ½ Jahren absolviert hast. Diese umfasst das Studium an der Universität und ein Praktika. Die Studienzeit ist sehr lern- und arbeitsintensiv und sollte nicht unterschätz werden. Grosse Lernbereitschaft und Fleiss sind wichtige Voraussetzungen. Nach dieser Ausbildung, erfolgt die tierärztliche Vorprüfung und das Staatsexamen. Bestehst du diese, darfst du Tiere medizinisch betreuen und behandeln. Dies geschieht wahlweise in einer Tierpraxis oder einer Tierklinik. Jedoch sind fachliche Fortbildungen während der ganzen Berufszeit Pflicht und werden von der Landestierärztekammer vorgeschrieben.
Was aber sicher auch für den Beruf als Tierarzt spricht, ist die Möglichkeit, dass du ohne weitere Auflagen auch ausserhalb von Deutschland arbeiten kannst. Die staatliche Erlaubnis ist innerhalb der EU und in der Schweiz zulässig. In anderen Ländern, wie etwa der USA, müssen weitere Prüfungen abgeschlossen werden. Falls du dich dafür interessierst, fragst du am besten einmal bei der Landestierärztekammer nach und lässt dich dort beraten. Vielleicht können sie dich an eine andere Institution verweisen.

Und was verdienst du als Tierarzt?

Für deine geleistete Arbeit stellst du dem Tierhalter eine Rechnung, die er dir dann honoriert. Die Tarife dafür sind in der Gebührenverordnung festgelegt. Der durchschnittliche Reinertrag liegt bei ca. 72000.- Euro pro Jahr. Wobei dieser bei Einzelpraxen für Kleintiere wesentlich tiefer liegt. Den grössten finanziellen Bereich bietet die Nutztierpraxis.
Der Beruf des Tierarztes gehört zur Bezeichnung Kammerberuf. Das heißt, dass jeder Tierarzt Mitglied in einer Tierärztekammer ist. Die Tierärztekammer regelt die Belange und Ausbildungsfragen der Tierärzte.

Deine Aufgaben als Tierarzt

Je nach Tätigkeitsspektrum kümmerst du dich um Nutztiere (z.B. Kühe), Pferde. In Kleintierpraxen sind es dann Heim- und Haustiere wie Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen sowie Vögel.
In diesen Bereichen geht es um Akutbehandlungen und Gesundheitsvorsorgen, wie etwa Impfungen. Aber auch Kastrationen und ebenso die Zahnheilkunde und Dermatologie gehören dazu. Die Tiermedizin hat enorme Fortschritte gemacht. Nebst obgenannten Behandlungen hat die moderne Diagnostik auch in Tierarztpraxen Einzug gehalten. Man findet nebst Ultraschall- und Computertomographie auch neue Operationstechniken und Behandlungsmethoden. So findet auch das Naturheilverfahren, wie Akupunktur oder die klassische Homöopathie, immer mehr Anwendung. Selbst auf dem Gebiet der Verhaltenstherapie findet man immer mehr Tierärzte, die damit ihr Praxisangebot erweitern.
Eine tierärztliche Hausapotheke rundet meist das Praxisangebot ab.

In den vergangenen Jahren hat die Pferdemedizin einen enormen Aufschwung erhalten.
Doch im Gegensatz zu Kleintierpraxen ist der Großteil der Tierärzte mit mobilen Fahrpraxen unterwegs. Sie untersuchen und behandeln die Tiere vor Ort.
In grossen Tierkliniken kommen Computertomographie, Szintigrafie und Kernspintomografie zusätzlich zum Einsatz. Jedoch erfolgt eine Überweisung dorthin nur für spezielle Untersuchungen und Operationen.
Tierärzte arbeiten auch oft in der Lebensmittelkontrolle, im Bereich Tierschutz oder bei der Bekämpfung von Tierseuchen. Das Gebiet der Forschung und der pharmazeutischen Industrie bietet eine weitere Perspektive für den Tierarzt. Bekannte Institute hierfür sind das Frauenhofer-Institut, das Robert-Koch-Institut oder auch das Friedrich-Loeffler-Institut.
Ein besonderer Tätigkeitszweig als Tierarzt ist sicher das öffentliche Veterinärwesen. Die Aufzucht von gesunden Tieren ist die Voraussetzung für die Produktion von gesunden tierischen Lebensmitteln. Dazu sind zahlreiche Kontrollen auf den Landwirtschaftsbetrieben notwendig. Diese führt das öffentliche Veterinärwesen durch. Die Arbeiten umfassen den Tierschutz, die Lebensmittelhygiene, Bekämpfung der Tierseuchen (u.a. Schweinepest, Vogelgrippe und Zoonosen), Schlachtkörper-und Fleischuntersuchungen. Des Weiteren überwacht sie den Arzneimittelverkehr, den Import und Export der Tiere. Auch Tierheime werden durch den Veterinärdienst überwacht.

Nicht viele Tierärzte haben Glück, und können ihren Beruf in einem Zoo oder Wildpark ausüben. Leider gibt es nur sehr wenige Vollzeitstellen, weshalb auch die Weiterbildung zum Fachtierarzt „Zoo“ relativ schwierig ist.

Könntest du dir auch, vorstellen als Tierarzt in der Bundeswehr zu arbeiten?
In der Bundeswehr werden Tierärzte meist in Sanitätskommandos eingesetzt. Das Aufgabengebiet umfasst dabei die Überwachung des Lebensmittelverkehrs. Auch die Vorbeugung und Bekämpfung der Tierseuchen und des Tierschutzes gehören zum Arbeitsalltag.
Natürlich werden auch die Diensttiere, wie etwa die Diensthunde durch diesen Stab betreut. Zu diesen Aufgaben gehören die Haltung und Pflege. Auch die Einsätze von Diensttieren im In- und Ausland werden durch sie koordiniert.

Arbeitszeiten als Tierarzt

Ein wichtiger Aspekt, denn es im Berufsfeld eines Tierarztes zu beachten gibt, sind sicher die Arbeitszeiten.
Du benötigst einen hohe Flexibilität und Bereitschaft, auch an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten. Je nach Zielgruppe, vor allem in der Haltung von Nutztieren, kann es auch zu Einsätzen in der Nacht kommen. Gerade Kühe kalben vorwiegend nachts. Und manchmal ist die Mithilfe eines Tierarztes von Nöten.

Wie du siehst ist das Arbeitsfeld eines Tierarztes sehr breit gefächert. Langweilig wird es dir als Tierarzt sicher nicht. Schau dich doch einmal in deiner Nähe um. Vielleicht hast du die Möglichkeit dort für ein paar Tage einem Tierarzt bei seiner Arbeit über die Schultern zu blicken. Vielleicht kennst du bereits einen Tierarzt. Umso besser! Es wäre sicher eine tolle Möglichkeit, um dir ein besseres Bild von diesem Beruf machen zu können. Du wirst sehen: es lohnt sich!

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