Tierwirt

Der Beruf des Tierwirts

Der Beruf eines Tierwirts kann in unterschiedlichen Fachrichtungen ausgeübt werden. Diese sind die Imkerei, die Geflügelhaltung, die Rinderhaltung, die Schweinehaltung und die Schäferei. Je nach Fachrichtung werden verschiedene Zuständigkeiten ausgeübt, welche die Zucht und der Haltung der betreffenden Tierart anbelangen. Viele Tierwirte, vornehmlich in den Gebieten Imkerei und Schäferei, arbeiten selbständig und sind nicht angestellt.

Allgemeine Aspekte zum Beruf des Tierwirtes

Nutztiere wie Schweine, Rinder, Schafe, Bienen und Geflügel spielen in der Landwirtschaft eine bedeutende Rolle und an die Erzeugnisse werden entsprechend hohe Bedürfnisse gestellt. Entsprechend verantwortungsbewusst ist auch die Arbeit der zuständigen Tierwirte, welche aufgrund der verschiedenen Anforderungen in fünf Fachrichtungen arbeiten und auch ausgebildet werden.

Imker als Tierwirte

Imker erfüllen mit der Haltung von Bienen einen hohen ökologischen Beitrag zur Bestäubung der blühenden Gewächse und produzieren zugleich ein hochwertiges Lebensmittel. Dazu pflegen und füttern sie die Bienenvölker, halten die Unterkünfte der Tiere instand und bestimmen auch einen geeigneten Standort für ihre Tiere. Wenn nun die Honigwaben aufgefüllt sind, werden diese vom Imker entnommen und im Schleuderraum geschleudert. Hierbei achten die Tierwirte auf Qualitätsstandards und auf Hygiene.

Schäfer als Tierwirte

Schäfer erzeugen vor allem ein hochwertiges Nahrungsmittel wie das Lammfleisch und die Schafmilch und sie liefern auch mit der Schafswolle einen permanent nachwachsenden und hochwertigen Rohstoff. Dazu füttern und versorgen sie die Schafe, ziehen die jungen Tiere auf und pflegen auch erkrankte Schafe. Durch eine Beweidung mit den Schafen leisten die Tierwirte zudem einen wichtigen Dienst als Landschaftspfleger. Wenn sie die Tiere hüten, setzen sie zudem besonders ausgebildete Hunde ein, welche sie versorgen und sicher führen.

Geflügelhalter als Tierwirte

Tierwirte der Fachrichtung der Geflügelhaltung halten, vermarkten und züchten das Geflügel. Sie kontrollieren auch die Entwicklung des Federviehs, sorgen für die richtige Gesundheit der Tiere, sie säubern die Ställe, Käfige und Batterien, desinfizieren diese und entsorgen auch die anfallenden tierischen Ausscheidungen. Hierbei beachten sie sehr streng die Tier-, Hygiene- und die Verbraucherschutzvorschriften.

Schweinehalter als Tierwirte

Ein Tierwirt der Fachrichtung Schweinehaltung betreut und pflegt die Schweine in Mast- und Zuchtbetrieben. Er bedient die automatischen Lüftungs- und Fütterungssysteme, reinigt die Schweineställe, desinfiziert diese und entsorgt die tierischen Absonderungen. Hierbei beachtet der Tierwirt Tier-, Hygiene- und Verbraucherschutzvorschriften. Er versorgt zudem auch die trächtigen Sauen, kontrolliert die Geburt, sorgt sich um das Muttertier und zieht auch die geborenen die Ferkel auf.

Rinderhalter als Tierwirte

Tierwirte der Fachrichtung Rinderhaltung betreuen, pflegen und versorgen Milch-, Zucht- und Schlachtrinder. So versorgen sie auch die trächtigen Kühe, kontrollieren die Geburt der Kälber, versorgen auch die Muttertiere und ziehen die Kälbchen sowie auch die Jungrinder auf. In den Milchviehbetrieben melken die Tierwirte auch die Kühe, zumeist mit speziellen Melkanlagen und -maschinen und verkaufen im Anschluss die Milch an die zuständigen Molkereien.
Persönlich mitzubringen sind für den Beruf des Tierwirtes vor allem Freude bei der Arbeit mit den Tieren, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein bei der Tierpflege, Freude an körperlicher Tierarbeit, die Bereitschaft zu eher unregelmäßigen Arbeitszeiten und auch das Interesse an biologischen Vorgängen bei der Tierhaltung.

Tierwirte arbeiten überall dort, wo auch Nutztiere fachgerecht gehalten werden. Bereits vor der Ausbildung müssen sich die Tierwirte für eine der fünf möglichen Fachrichtungen entscheiden. Die Ausbildung zum Tierwirt dauert drei Jahre und kann mit Abitur jedoch auf eineinhalb Jahre vermindert werden.
Während der Tierwirtausbildung lernen die jungen Leute, wie sie die Tierart richtig halten. Hierzu zählen vor allem die Unterbringung und die Fütterung, aber auch Züchtung und Hygiene. Es geht hierbei jedoch auch um die statthaften Rahmenbedingungen für den sicheren Tierschutz.

Aufgaben als Tierwirt

Das Berufsbild des Tierwirtes ist besonders abwechslungsreich und universell. Zu den bedeutendsten Aufgaben in dem Beruf gehören das Versorgen, Züchten und auch das Vermarkten der Tiere in den Agrarbetrieben. Ein Tierwirt kümmert sich hierin um sie Bedürfnisse der Tiere und gewinnt auf diese Weise das Fleisch und weitere tierische Produkte zum Absatz. Im Berufsbild eines Tierwirtes können jedoch ganz verschiedene Aufgabenbereiche vorrangig sein – je nach ausgewählter Fachrichtung. Welche genauen Aufgaben hierbei ausgeübt werden, regelt bereits in der Ausbildung die Verordnung zum Tierwirt.
Die Pflege, Züchtung und die Versorgung sowie die Vermarktung der Produkte von Tieren und auch der Tiere selbst gehören zu den Aufgaben eines Tierwirtes. Je nach Tierart können hier unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden.

Warum sollte man Tierwirt werden?

Ein Tierwirt kümmert sich zum einen um die Bedürfnisse aller Tiere und ist auch für die Gewinnung der tierischen Erzeugnisse und deren Vermarktung verantwortlich. Die Sorge um die Tiere steht hierbei natürlich an erster Stelle und so richtet sich der Arbeitsalltag sich nicht nach den gewöhnlichen Öffnungs- oder Bürozeiten, sondern immer nach den Erfordernissen der Tiere. Diese möchten natürlich versorgt und gefüttert werden und auch die Legebatterien, Ställe, Käfige oder der Bienenstock sollen ausgemistet und auch gereinigt werden. Der Tierwirt mischt auch das Futter für die Tiere und gibt, wenn nötig Medikamente oder Zusatzstoffe dazu. So füttert er die Tiere und säubert sie und füllt auch Wassertröge auf. Der Tierwirt beobachtet sie genaustens und vor allem die Entwicklung hier sicher im Blick. Auch wenn ein Tier einmal krank wird, erkennt der Tierwirt dies gleich und versorgt es und zieht eventuell auch einen Tierarzt zu Rat.

Neben der Tierversorgung spielt die Gewinnung der Produkte eine wichtige Rolle in diesem Beruf. Dabei kann es sich je nach Fachrichtung um Fleisch- oder Milchprodukte handeln, Wolle, Eier oder Honig. An diese Erzeugnisse aus der Landwirtschaft werden große Qualitätsanforderungen gestellt. Durch die Pflege und die Versorgung der Tiere sorgt der Tierwirt dafür, dass die Tiere im optimalen gesundheitlichen Zustand sind und daher auch die Erzeugnisse den geltenden Qualitätsansprüchen gerecht werden. Durch die Arbeit sorgt er vor allem auch dafür, dass die Produkte tierschutz- und artgerecht produziert werden und auch nachhaltig und umweltschonend.
Heute geht in der Landwirtschaft auch nichts mehr ohne Technik. So arbeiten die Tierwirte im Kuhstall mit den modernsten technischen Systemen wie beispielsweise zum Melken der Milch. Jene Systeme sind zumeist computergesteuert und der Tierwirt weiß genau, wie diese zu bedienen sind. Auch die Pflege und die Wartung der Geräte gehört zu den Aufgaben. Darüber hinaus dokumentiert er auch die Tierbestände, plant die Abläufe der Arbeiten und hält die gesetzlichen Bestimmungen der Hygiene ein.
Vermarktung und die Zucht von Geflügel und den Geflügelprodukten in Mast- und Legehennenbetrieben sind die Aufgaben der Tierwirte in dem Fachbereich der Geflügelhaltung. Die Haltung gliedert sich in drei verschiedene Produktionszweige. Diese sind die Legehennenbetriebe zur Produktion von Eiern, Mastgeflügelbetriebe zur Gewinnung von Fleisch und Junghennenaufzucht sowie Elterntierhaltung zur Mehrung des Geflügels.
Die gesamte Haltung des Geflügels unterliegt einer stetigen Entwicklungskontrolle. Hierbei muss bei den Tieren die Fürsorge der Gesundheit in Form von Impfprogrammen vorgenommen werden sowie auch die Pflege der Hühner unter Rücksichtnahme von Verbrauchervorschriften, Hygienestandards und Tierschutzgesetzten erfolgen. Tierwirte müssen durch Reinigung und Pflege der Käfige, Batterien und Ställe, die Besatzdichte der Tierräume und das Stallklima für die besten Bedingungen für die Hühner sorgen.
Es gibt zudem auch die Möglichkeit, eine Meisterfortbildung als Tierwirt zu absolvieren und eine entsprechende Meisterprüfung abzulegen. Außerdem gibt es ein- oder auch zweijährige Fachschulen für die Berufe, durch deren Schulbesuch sich der Tierwirt für leitenden Aufgaben in den Betrieben fortbildet.

Arbeitszeiten als Tierwirt

Tierwirte arbeiten heute im Agrar- und Mastbetrieben oder auch in Schlachtereien. Imker finden in den Bestäubungsbetrieben oder Imkereien Beschäftigung. Weil die Tiere hier auch außerhalb der geregelten Arbeitszeiten ihre Bedürfnisse haben, ist der Einsatz immer auch am Abend oder am Wochenende gefragt.
So gibt es hier Standardarbeitszeiten, Nacht- und Wochenendarbeit sowie auch Schichtdienst und Heimarbeit.
Die Arbeitszeiten mit den Tieren erfordert auch die Bereitwilligkeit zu Überstunden.

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